szmmctag

  • Melbourne, 11.5.2013

    Ein neuer frischer Morgen und weiter geht’s mit der Stadtbesichtigung. Vorbei am Royal Exhibition Building, das auch als Kulturerbe geschützt ist, geht’s in das Museum. Das Gebäude ist riesig und hat sogar einen kleinen Wald im Inneren. Mit einem kleinen Wanderweg und Schildern über die Bedeutung des Waldes und die Verbindung zwischen der Aborigine-Kultur und dem Wald.
    Ein weiterer Bestandteil ist der Mensch. Ein Teil bezieht sich auf die Funktionen des Gehirns. Über die Antriebsfunktionen des Handels über Wahrnehmung (sogar mit einem Raum mit deren Hilfe die visuelle Wahrnehmung ausgetrickst wird) und die Bedeutung von Schlaf. Das ist sehr interessant. Der Teil daneben beschäftigt sich mit dem menschlichen Körper und deren Grundfunktionen. Von Fortpflanzung und Geburt über Verdauung und die Bekämpfung von Krankheiten.
    Der zweite große Part behandelt die Tiere der Erde. Ausgestopft und nach Lebensraum sortiert findet man sie fast alle. Ebenso das unbekannte Leben unter Wasser und die längst vergangene Ära der Dinosaurier. Der Aborigine-Part ist eher klein gehalten und besteht fast ausschließlich aus ihrer Kunst.

    Da ich jetzt leider ein bisschen Pech mit den Touristenshuttle habe, wird es eben ein größerer Spaziergang durch die Stadt. Entlang der Wasserkante in den Südteil von Melbourne. Vorbei am größen Casino bis zur Polly Woolside. Einen großen, alten Wollschiff. Allerdings schaue ich mir das nicht weiter an, sondern mache mich auf dem Weg zurück in die andere Richtung. Eine Reihe Straßenmusikanten ist natürlich auch zu finden. Nur zwei kleine Hip-Hop tanzenden Jungs ziehen meine besondere Aufmerksamkeit auf sich. Sie haben auf ihren Westen „Little Munchkins“ stehen. Das letzte Konzert der Heimatband „Munchkins“ habe ich aufgrund meiner Weltreise verpasst, aber zum nächsten bin ich definitiv wieder am Start! =)

    Auf dem Weg entlang des Southgate befindet sich auch der Eureka-Tower, von dessen Skydeck 88 man den einen tollen Ausblick auf die Stadt haben soll. Allerdings habe ich in meinem Hostel auch eine Dachterasse, von der aus man auf die Stadt schauen kann.

    Und dann ist mal wieder ein richtiger Besuch auf dem Plan. Es geht die Art Gallery von Victoria.
    Begrüßt wird man von einer hohen Wasserwand und in der Eingangshalle gibt es dann einen großen Pool, auf dessen Wasseroberfläche eine Menge Porzellanschalen in unterschiedlichen Größen schwimmen. Der Wasseroberflächenströmung folgend erzeugen sie jedes Mal einen tollen Klang wenn sie aneinander stoßen.
    Und dann folgen die üblichen Ausstellungen: europäische Gemälde aus der Zeit der Besiedlung, ein bisschen Aborigine-Kunst und dann auch asiatische Kunst.
    Aber dann habe ich auch keine Lust mehr zu laufen. Aber da ich mich später noch mit einem französischen Mädchen wegen der Weiterfahrt treffe und noch ein bisschen Zeit habe, setzte mich einfach an den Federation Square. Der Tanzwettkampf auf der Bühne vertreibt auch die Stunde noch ganz gut.

    Das Treffen mit ihr ist ganz gut, aber ich muss mich noch bis irgendwann in die Nacht gedulden, bis sie sich entscheidet…

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  • Tasmanien-Melbourne, 10.5.2013

    Guten Morgen Melbourne! =)
    Auch wenn ich mir gestern Abend noch die Wegbeschreibung geholt habe, wie ich zum Hostel komme, ist der Stadtplan doch hilfreicher. Wer braucht denn dann ein Navigationsgerät?

    Also ein frühes Check-In im Hostel, das Auto kann ich noch 2h vor dem Hostel umsonst stehen lassen und dann heißt es erstmal auf zum Queen Victoria Market. Dieser Markt ist der größte Freiluftmarkt und ich brauche auch fast meine 2 Stunden, bis ich einmal komplett über den Markt gelaufen bin. Besonders nachdem ich monatelang die karge Auswahl an Obst und Gemüse zu teuren Preisen gewohnt war, ist es jetzt wie im Paradies.

    Doch bevor es weiter in die Stadt geht, muss ich mich erstmal um mein Auto kümmern, dass es eine sichere und günstige Abstellmöglichkeit hat für die nächsten Tage. Manchmal ist es ein richtig großer Vorteil, dass ich bei Travellers Autobarn gearbeitet habe. Mit der immernoch guten Freundschaft zu Ben, meinem Ex-Chef dort, kann ich mein Auto natürlich umsonst bei der Zweigstelle hier in Melbourne unterstellen. Und dann auch nur noch 5-10min Fußweg entfernt. Klasse!

    Und dann kann es losgehen mit der Touri-Besichtigungs-Tour. Sehr hilfreich dafür ist die Touristenstraßenbahn, die kostenlos ihre Runde durchs Stadtzentrum dreht. Sogar in beide Richtungen. Als erstes geht’s ins Parlament. Hier gibt es kostenlose Führungen durch das Gebäude. Natürlich nicht, ohne den üblichen Sicherheitscheck. Was ich vergessen hab: ich hab noch meine Federtasche im Rucksack – natürlich mit der Schere drin. Wie immer… Die wurde natürlich konfisziert, aber nach der Tour auch wieder zurückgegeben.
    Im Parlament geht’s zuerst in die große Halle, mit einer großen Victoria-Statue in der Mitte. Dieser Raum wird natürlich auch für andere Funktionen verwendet. Dennoch ist es der schlichteste Raum. Alle anderen sind mit viel Gold verziert, denn die Entstehung fällt dem Goldrausch in Victoria zusammen. Wir bekommen auch in den Raum, in dem das Oberhaus tagt, zu sehen, dürfen dort sogar auf den Bänken sitzen. Und eine kleine Runde in die große Bibliothek darf natürlich nicht fehlen. Und der Garten ist groß, liebevoll angelegt und hat neben einem Tennisplatz auch einen Boule-Platz. Man kann die Spitzen von der Patricks Kathedrale sehen und es gibt auch eine kleine Statue, die vom Regierungsgebäude in London abgeschlagen wurde und Melbourne zum 100. Bestehen der Regierung überreicht.

    Und da Melbourne nicht nur eine kostenlose Straßenbahn hat, sondern auch noch einen kostenlosen Busshuttle durch die Stadt, darf der natürlich auch nicht fehlen.
    So eine Fahrt mit dem Bus dauert 1,5h und dann ist es schon um 5, alle Touristensachen haben geschlossen und es geht zurück ins Hostel…

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  • Georgetown-Devonport, 9.5.2013

    Als ich mich am frühen Morgen auf den Weg mache, ist der Bus immernoch neben mir und selbst nach einem kurzen Frühstück auf dem Parkplatz im Stadtzentrum steht er noch da.

    Ich habe ja theoretisch noch den ganzen Tag Zeit bis nach Devonport zu kommen, denn ab um 5 fangen sie erst an, die Fähre zu beladen.

    Und deswegen fahre ich erst nach Deloraine. Hier gibt es die Liffy Falls und eine Frau, mit der ich mich im Hostel in Strahan unterhalten habe, meinte dass man hier auch Platypuses sehen kann. Also nichts wie hin da, vielleicht habe ich ja doch Glück. Obwohl ich es eigentlich schon gelernt haben sollte, mache ich mich trotzdem auf den Weg über die ungemachte Straße. Ich habe bei ungefähr 18 km bis zu Falls begonnen, habe mich den ganzen Weg dorthin gekämpft und dann doch nicht durchgezogen. Es gibt natürlich bei den letzten 4km eine Abzweigung zu einem richtigen, gepflasterten Highway in 2 km Entfernung. Erst versuche ich es doch noch, aber ich glaube ich habe einfach zu viel Angst um mein Auto, dass ich dann doch auf dem Weg wende und wieder zum Highway fahre.
    Dann eben nicht. So!

    Also geht‘s gleich nach Devonport, dann muss ich mir wenigstens keine Gedanken mehr machen, dass ich rechtzeitig da bin.

    In Devonport parke ich mein Auto dann wieder beim Mersey Bluff, also dort, wo ich das letzte Mal schon den kleinen Spaziergang bis zum Leuchtturm gemacht habe. Allerdings nutze ich die erste Zeit erstmal, um mein Auto ein bisschen aufzuräumen und meine Sachen fürs Hostel zurechtzusammeln, sodass ich dann nicht soo lange brauche, wenn ich in Melbourne bin.
    Dann noch einen Spaziergang entlang der Wasserkante bis in die Innenstadt und wieder zurück und dann kann ich mich auch schon auf den Weg zur Fähre machen.

    Dieses Mal bin ich dann im unteren Deck und habe, leider, das Zimmer nicht für mich alleine. Eine ältere Dame ist noch mit in meiner Kabine. Aber auf die Duschzeit am nächsten Morgen kann man sich ja auch einigen.

    Was beim letzten Mal noch so schön geklappt hat, passt dieses Mal leider nicht mehr. Ich habe keinen Platz in der Nähe einer Steckdose, deswegen fällt die kurze Internetzeit aus.
    Dafür gibt es was viel besseres: das Bordkino. Gezeigt wird der Film „Parental Guidance“ oder auf Deutsch: „Bestimmer – Kinder haften für ihre Eltern“. Interessant, dass Originaltitel im Englischen oftmals nicht die entsprechende Übersetzung im Deutschen hat. Immerhin ist es ein lustiger Film und selbst das College, das sich mit auf der Fähre und im Kinosaal befindet, ist einigermaßen ruhig.

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  • Georgetown, 8.5.2013

    Nach der etwas lustigen Schlafplatzsuche gestern Abend, mag ich dann doch nicht allzu liegen bleiben. Obwohl ich doch noch ziemlich müde bin.
    Aber hilft ja nichts. Und so fahr ich dann zuerst bis Low Head, den nordlichsten Zipfel von hier. Hier gibt es ein kleines Pilot Museum, das natürlich um 7 noch nicht geöffnet ist, und eine kleine Pinguin Kolonie. Auch wenn ich nicht viel Hoffnung habe, welche zu sehen, geht’s für mich den kleinen Wanderweg zur Plattform entlang, ein paar Schritte am Strand und dann wieder zurück. Der Entschluss steht fest: heute Abend findet die Pinguin Tour auch mit mir statt! Freu ich mich schon drauf.

    Aber ersteinmal brauche ich einen Kaffee!!! Ich finde sogar einen Bäcker, der mit unseren typischen Bäkern vergleichbar ist. Das erste Mal in Australien.

    Bevor ich mich auf den Weg nach Beauty Point mache, darf natürlich die Buchung der Pinguin Tour nicht fehlen.

    In Beauty Point erwartet mich dann das Platypus-House. Da ich ja bisher noch nicht so viel Glück hatte, was das Entdecken des Platypuses betrifft, nutze ich eben die Chance und besuche ihn hier. Zuerst gibt es eine kleine Einführung wie Platypus und Echidna aussehen, Unterschiede zu denen vom Festland und Grundeigenschaften. Und dann geht’s zu den großen Aquarien mit den Schnabeltieren (Platypus). Nachdem wir die sie erst so ein bisschen bewundern konnten, gabs ein bisschen was zu fressen in den Tank (hmm… lecker Würmchen) und man konnte wunderbar beobachten, wie sie ihre Beute ertauchen, denn unter Wasser sind Augen und Ohren zu und nur die elektrischen Strömungen eines jeden Lebewesens werden mit Sensoren auf dem Schnabel ertastet.
    Drollig zu beobachten. Dann geht es noch in einen anderen Raum mit einem älteren Männchen. Diese Schnabeltiermännchen produzieren sogar ein Gift, dass alles unter 30kg tötet und ausgewachsenen Menschen über Monate Probleme bereitet. Da aber jedes sein individuelles Gift produziert, kann man kein Gegengift entwickeln. Hätte man ihnen gar nicht zugetraut.

    Der zweite Teil aus der Führung durch das Platypus-Haus besteht aus dem Besuch der Echidnas. Die deutsche Bezeichnung für diese Echidnas ist: Kurzschnabel-Ameisenigel. Vom Prinzip wie ein Igel mit einer längeren Schnauze (ähnlich dem der Ameisenbären). Diese beiden sind besonders, weil sie eierlegende Säugetiere sind und nur noch hier vorkommen. Die Echidnas sind in einer anderen Art auch noch in Papua Neuguinea zu finden. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde mir im Biologieunterricht beigebracht, dass diese ausgestorben sind. Naja, fast…

    Auch die Echidnas bekommen eine kleine Schale vor die Nase mit Futter, die dann genüsslich mit der langen Zunge ausgeleckt werden. Die können sogar superschnell sein. Die Echidnas habe ich ja schon einmal auf der Straße gesehen. Hier bekomme ich dann zwar die Chance auf ein Foto, aber doch nicht so ganz das gleiche wie in der Wildnis.

    Auf dem Weg von Beauty Point zurück zu George Town passiere ich die Batman-Bridge. Mit einem kleinen Rastplatz. Also das Foto bei dem tollen Namen muss dann auch sein.

    Abend in George Town geht’s dann zu den Pinguinen in Low Head. Außer mir kommen noch 4 Asiaten mit. Manchmal wünschte ich mir, dass Pünktlichkeit auch in anderen Völkern eine Tugend wär. So geht’s dann mit Verspätung runter zum Strand. Also den Weg, den ich heute Morgen ja schon ein bisschen entlanggegangen bin. Aber dieses Mal geht es bis fast an die Wasserkante und dann sind sie da. Die großen, schwarzen Farbflecken auf dem Wasser.

    Ein bisschen bekommen wir noch die Geschichte mit dem großen Ölunglück Ende der 90er zu hören und dann tapsen die drolligen Dinger aus dem Wasser. Die Pinguine, die hier in Australien vorkommen (also auch die in der Nähe von Perth) sind die kleinsten der Pinguine und haben eher einen blauen Frack und keinen schwarzen. Einen kleinen Spaß erlauben wir uns dann doch und stellen uns so in ihren Weg, dass sie zwischen unseren Beinen hindurch zu ihren Höhlen laufen. Da sie jeden Abend immer den gleichen Weg gehen, weiß unsere Tourführung natürlich wo sie langgehen. Einer dieser frechen Kleinen läuft sogar über meinen Fuß! Und entschuldigt sich nicht einmal – so eine Frechheit! =) Mir wird dann gesagt, dass ich anscheinend einen guten Tag bei ihm erwischt habe und ich nicht verpetzt werde, denn die Pinguine sind geschützt und es ist verboten sie zu berühren.
    Ein bisschen gehen wir dann noch die Dünen entlang und schauen hin und wieder zu den Bauten. Ie sind so süß und drollig mit ihrem Watschelgang an Land. Kämpfende Pinguine um einen Bau sind auch dabei. Dabei schlagen sie sich gegenseitig mit den Flügeln. Also nichts gefährliches. Eher so, wer den härteren Schlag hat gewinnt. Und komische Geräusche machen die dabei! Einige von ihnen laufen im Sommer sogar kilometerweit fast bis auf die andere Seite für einen Schlafplatz, kehren aber wieder ins Wasser zurück, bevor es hell wird, denn das sit der einzige Schutz gegen die Vögel, den sie haben. Und so geht es dann langsam wieder zurück zum Ausgangspunkt. Hier gibt es natürlich auch einen kleinen Shop. Und wir bekommen ein Informationsblatt über die Pinguine. Theoretisch gibt’s die auch auf Deutsch, er will mir nur keins geben, weil ich ja „fließend in Englisch“ bin und deshalb die deutsche Version nicht brauche. Ok.
    Und dann geht’s nach knapp 1,5h Stunden wieder zurück in die Stadt nach George Town.
    Dieses Mal suche ich mir eine andere Stelle für meine allabendliche Laptopsession und gehe dann doch wieder zurück zum Visitor Center. Aber dieses Mal bin ich nicht alleine. Ein großer Bus steht hier auch noch. Und es ist wirklic ein alter Bus, der anscheinend als Reisemobil umfunktioniert wurde.

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  • Hobart-Georgetown, 7.5.2013

    Also die Entscheidung für diesen Parkplatz war definitiv die bessere. Das andere Auto gehört anscheinend auch einem Wildcamper. Denn auf meinem Weg von der Dusche zurück sehe ich ihn sein kleines Zelt auf der Rasenfläche neben seinem Auto zusammenpacken. =)

    Diese Jahreszeit und zurück in Hobart gibt es nur ein erstes Ziel am frühen Morgen: Mt. Wellington. Im Februar durfte ich wegen des nahen Buschfeuers nicht hoch, aber heute gibt es kein Halten mehr. Abgesehen davon, dass es mal wieder eine gewundene Bergstraße hinaufgeht, ist es in den Bergen auch ein bisschen kälter. Und ich sehe sogar Schnee! Das habe ich schon seit mehr als einem Jahr nicht gesehen. Zu Weihnachten gab’s dieses Jahr 40° C und Hitze, aber kein Schnee. Und auch die schwarzen Flecken auf der Straße hin und wieder verraten das Eis. Dafür ist der Blick von hier oben hinab auf Hobart und die ganze Umgebung traumhaft. Ein bisschen landeinwärts findet man sogar die großen Wolken- und Nebelfelder über der Erde hängen.

    Ich hatte mich ehrlich gesagt schon ein bisschen gewundert, warum meine Fernbedienung für das Autoschloss nicht funktioniert hat, mir aber keine weiteren Gedanken gemacht, denn zum Abschließen stört mich das nicht. Nur beim Aufschließen hackt es ein bisschen. Als ich dann aber das Schild sehen, dass hier oben solche elektrischen Vorrichtungen (ebenso Mobiliser und Zündschloss!) unter Umständen nicht funktionieren, mache ich mir doch ein bisschen Sorgen. Ich bekomme mein Auto zwar nicht mit der Fernbedienung geöffnet (der Schlüssel war aber ganz hilfsbereit) aber der Rest funktionierte einwandfrei. Und dann geht’s wieder in die Stadt und ab ins Museum. Leider ist der Parkplatz beim Hafen komplett besetzt, deshalb geht’s dann doch ein bisschen weiter zum großen Sportkomplex. Der Fußweg ist ein bisschen weiter, aber gut.

    Das Museum hat im Eingangsbereich ein bisschen Spielereien wie im Mona, aber wie die anderen Nationalmuseen auch eine Abteilung über die Aborigines, ein bisschen Zeitgeschichte und hier gibt es sogar einen Teil nur für den Tasmanischen Tiger. Dieser ist leider ausgestorben, weil im frühen 20.Jhd. sogar Kopfgeld auf die Tasmanischen Tiger gab. Um 1936 starb dann der letzte Tasmanische Tiger in Gefangenschaft. Es gibt zwar Berichte, dass man hin und wieder in den 50er noch Spuren gefunden hat, aber selbst Expeditionen blieben erfolglos. So ist dann der kleine Teufe in die Nische des Fleischfressers eingesprungen.
    Dennoch finde ich, dass das Museum in Adelaide bisher das bessere ist.

    Da dies meine einzigen noch offenen Punkte auf meiner „To-do-Liste“ waren, hält mich hier nichts mehr und es geht dann wieder in den Norden. Ich habe zwar immer noch so viel Zeit die Tage bis Donnerstag rumzubekommen, aber gut.

    So nutze ich die Chance doch noch die Pinguine hier zu sehen. Mein Ziel für heute Abend heißt also Georgetown. Aber irgendwie habe ich die Zeit doch ein bisschen unterschätzt. Abgesehen davon, dass es ja immer früher dunkel wird, gibt es ja trotzdem noch die Geschwindigkeitsbeschränkungen.
    Zwischen Launceston und Georgetown wird es dann fast schlagartig richtig dunkel. Das hat zumindest den Vorteil, dass ich nicht so lange warten und mir die Zeit vertreiben muss, bis ich irgendwo schlafen gehen kann.

    In meinem tollen Straßenatlas, der auch die ganzen Campingmöglichkeiten (auch das Wildcampen), steht, dass auf dem Parkplatz hinter dem Visitor Center eine freie Übernachtungsmöglichkeit gibt.
    Allerdings haben die das anscheinend seit Januar geändert. Man muss sich nun vorher schon anmelden, die Übernachtungsgebühr zahlen und irgendwelchen Papierkram ausfüllen. Das hätte ich ja vielleicht noch gemacht, aber das Visitor Center hat schon zu. Hmm.. Und die Toiletten sind natürlich auch abgeschlossen. Ich fahre zwar noch ein bisschen durch den Ort, in der Hoffnung irgendeine andere Möglichkeit zu finden, aber besonders wenn man sich nicht auskennt, wird das ein bisschen schwieriger. Also bleibe ich erst in der Nähe des Hafens und verbrauche meine Tagesration an Laptopakku, bevor es spät genug ist, doch wieder zum Visitor Center zu fahren und ins Bett zu gehen.

    den genialen Ausblick vom Mt. Wellington findet ihr unter:
    http://www.flickr.com/photos/ellas-abenteuerreise/8719903506/in/photostream/

  • Freycinet Nationalpark-Hobart, 6.5.2013

    Abgesehen von der Übernachtungsgebühr gibt es noch einen anderen Grund, warum ich versuche superfrüh aufzustehen: Sonnenaufgang in der Wineglassbay hört sich auf jeden Fall verlockend an.

    Also nichts wie hin da. Auf dem Parkplatz muss ich ein bisschen schmunzeln, denn es gibt noch andere Backpacker, die einfach ganz dreist auf diesem Parkplatz geschlafen haben. Und dann geht’s so schnell wie möglich den steilen Aufstieg zur Aussichtsplattform der Wineglassbay. Es ist zwar nicht mehr ganz genau Sonnenaufgang aber dennoch nicht komplett hell, sodass aufgrund der Berge nur ein kleiner Teil der Bucht von der Sonne angestrahlt wird. Und da ich jetzt ja den ganzen Tag Zeit habe, geht’s natürlich auch auf den langen Wanderweg. Also runter an den Strand der Wineglassbay. Früh am Morgen um 8 die erste am Strand zu sein, in einer verlassenen Bucht und an einem einsamen Strand ist schon ein tolles Gefühl! Ein paar Möwen tummeln sich hier und die Sonne strahlt schön herab. Es dauert ungefähr eine Stunde um einmal den ganzen Strand entlang und wieder zurück zu schlendern. Irgendwie hab ich ja ein schlechtes Gewissen den ganzen anderen Touristen gegenüber, die oben am Aussichtspunkt stehen und ein Foto von der Natur haben wollten und entweder warten müssen, bis ich wieder weg bin oder eben ein Foto mit so einer Verrückten drauf.
    Obwohl ich ihnen auch einen Grund gebe mich auszulachen. Ich komme natürlich nicht drumherum mit den Beinen das Wasser zu testen. Jeans hochkrempeln und los geht’s. Ist zwar nicht besonders warm, aber es reicht für die Füße. Als Ostseekind hört man an dem Brechen der Wellen, wie groß die Welle ist. Nur leider war ich nicht schnell genug. Das muss von dort oben noch lustiger ausgehen haben. Also geht’s mit nassen Hosenbeinen weiter. Aber die Sonne scheint ja und es ist nur Wasser. =)

    Der lange Wanderweg geht durch den Wald des Nationalparks auf die andere Seite der Bucht zum Hazard Beach. Ein bisschen komisch ist das Gefühl schon so ganz alleine durch den Wald zu wandern. Ein paar Wallabies im Gebüsch, ein paar tropische Vögel in Wipfeln, …
    Der Hazard Beach ist nicht soo spektakulär, aber die Sonne steht auch noch nicht hoch genug. Ein paar einsame Buchten und ein bisschen Felsenklettern weiter bin dann irgendwann auch wieder am Auto. Schöne 3h Durch den Nationalpark.

    Da ich jetzt so ziemlich alle Wanderwege im Nationalpark abgelaufen bin oder auf die größeren nicht so wirklich Lust habe, geht es in Richtung Hobart.
    Abgesehen von einem kurzen Fotostopp bei den Moulting Lagoons ist der erste Stopp auf dem Weg ist dann Swansea. Hier gibt es laut der Touristenbroschüren eine alte Holzmühle, die älteste noch aktive, mit Museum und Cafe. Nach einem kurzen Stopp entscheide mich aber doch dagegen.
    Außerhalb von Swansea gibt es eine alte „Spiky Bridge“. Eine Brücke, die von den Gefangenen hier gebaut wurde, mit vielen Spitzen, damit die Herden, die hier rübergetrieben wurden, nicht plötzlich in den Bach fallen.

    Und dann bin ich in Hobart. Auch wenn ich nur kurz da war, erinnert man sich doch an die Wege. Mein Auto bekommt seinen Parkplatz wieder in der Nähe des Hafens und ich mache mich auf den Weg in die Stadt. Ein bisschen die Zeit vertrödeln bis es spät und dunkel genug ist, damit ich irgendwo meinen Schlafplatz finde.

    Da es schon nach 4 ist, lohnt es sich auch nicht ins Museum zu gehen und so die Zeit rumzubekommen. Also ein bisschen rumwandern in das Shoppingcenter reinsetzen und versuchsweise das freie Wifi nutzen bis man rausgeschmissen wird (NEIN, ich habe mich NICHT daneben benommen, das Einkaufscenter schließt!) und dann noch weiter schauen was man machen kann.
    Eine gute Gelegenheit ist dann eine Art Bar/Restaurant. Mit einer heißen Schokolade und meinem Reiseführer bewaffnet, wird schon mal der Plan gefasst, was ich denn in Melbourne alles schönes machen will. Bis es dann um spät genug ist, sich um einen Schlafplatz zu kümmern.

    Eigentlich wollte ich heute nicht so unverschämt sein und mich direkt neben den Campingplatz stellen, sondern den Park nutzen, bei dem ich das letzte Mal gefrühstückt habe und auch ein anderes Backpacker-Auto gesehen habe. Allerdings macht es mich ein bisschen unruhig, dass zwei bis drei Autos kommen und hinter einem nahegelegenem Gebäude auf der Rückseite parken und ich sie nicht sehen kann. Besonders in der Kombination mit der Außenbeleuchtung dieses Gebäudes, die erst angeht, dann ein paar Minuten später ein Auto kommt und die Beleuchtung dann wieder ausgeht. Ich glaube nicht, dass ich hier in Ruhe schlafen kann. Also geht’s dann doch zu dem Campingplatz. Was anscheinend sowieso die beste Idee ist. Nicht nur, dass die Dusche am nächsten Morgen dann gar nicht so weit weg ist, sondern ich bin nicht die einzige. Ein anderer Van steht hier auch noch und ich kann das Licht eines Laptops sehen. Perfekt! Zwar steht noch ein anderes Auto hier, aber das werde ich dann ja morgen früh sehen…

    Bilder findet ihr unter:
    http://www.flickr.com/photos/ellas-abenteuerreise/8719902182/in/photostream/
    http://www.flickr.com/photos/ellas-abenteuerreise/8718780775/in/photostream/

  • Scottsdale-Freycinet Nationalpark, 5.5.2013

    An was denkt man, wenn man nach Australien geht? Wahrscheinlich an warmes Wetter, weißen Strand, heiße Sonne, aber ganz bestimmt nicht an Scheiben kratzen am frühen Morgen! Tja, aber wenn man schon alles von Australien erkunden will, dann gehört wohl auch das dazu. Immerhin ist die Eisschicht nicht ganz so dick und den Motor und die Lüftung ein bisschen laufen lassen und dann mit ein bisschen Küchenpapier die Scheiben grob befreien und der Weiterfahrt steht nichts mehr im Wege.

    Die St. Columba Falls sind mit ihren 90m Falltiefe die größten in Tasmanien. Zwar muss ich gestehen, dass sie nicht einem Zug durchfallen sondern eigentlich auch aus mehreren Etappen bestehen, aber dennoch zählt die ganze Höhe. Bei dieser Höhe ist es natürlich umso schwieriger den gesamten Wasserfall auf ein ordentliches Foto zu bekommen, wenn die Plattform relativ nah dran ist. Entlang des Wanderweges sieht man dann zwar sehr schön den Beginn des Wasserfalls, aber das Ende ist verborgen. Ich finde zwar, dass die anderen kleineren Wasserfälle schöner sind, aber immerhin hab ich ihn gesehen.
    Auf dem Parkplatz zum Wanderweg muss ich allerdings stark schmunzeln. Vielleicht liegt es daran, dass ich die letzten Tage auch immer nur in meinem Auto geschlafen habe, vielleicht auch daran, dass es doch zu offensichtlich ist. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das Pärchen in dem Auto die ganze Nacht dort verbracht hat. Das sieht so nach Frühstück und Zähne putzen aus.

    Aber dann ist sie da: die Ostküse Tasmaniens. Weite weiße Strände werden versprochen. Und Binalong Bay und Bay of Fires halten dieses Versprechen sehr gut. St. Helens ist der Ausgangspunkt zu diesen Stränden. Von hier aus ist man dann aber nur an der Binalong Bay. Entweder wandert man den Strand entlang zu Bay of Fires oder sucht sich irgendeinen 4WD Weg, aber selbst hier kann man den Strand kilometerweit bis zum Horizont sehen.

    In St. Helens besuche ich auch nur kurz den kleinen Hafen. So richtig werde ich das Bedürfnis nach Häfen und Schiffen als Ostseekind wohl doch nicht los.

    Und dann geht’s entlang windiger Bergstraßen bis zum Elephant-Pass. Ein Pass im großen Gebirge und Sitz der Elephant Pancakes. Berühmte Pfannkuchen. Also genau richtig für mein Mittag. Einige windige Bergstraßen später bin ich dann wieder an der Küste angekommen. Dieses Mal ist es Bicheno, das mich begrüßt. Bicheno ist eigentlich ein Zuhause für Pinguine und bildet außerdem ein bisschen den Eingang zum Freycinet Nationalpark. Auch wenn mir die kleinen Hafenstädte besser gefallen als die alten Minenstädte an der Westküste, zieht es mich zum Nationalpark.
    Dieser Nationalpark ist der wohl bekannteste von Tasmanien, denn er hat die Wineglassbay.
    Auch wenn es erst um 2 ist, hab ich wohl nicht genug Zeit für den gesamten Nationalpark. Schließlich wird es in 3 Stunden schon wieder dunkel.
    Deshalb werden ein paar kleinere Wanderwege abgearbeitet. Zum Beispiel hoch zum Tourville Leuchtturm oder den kleinen Wanderweg zur Sleepy Bay. Obwohl man es Route nennen sollte als richtig Weg. Aber eine nette kleine verlassene Bucht ist es. Nur der Sand ist ein sehr, sehr grobkörniger Sand. Mit ein paar lustig aussehenden Felsen im Hintergrund.

    Dennoch möchte ich die Wineglassbay heute zumindest mal gesehen haben. Also geht’s den Weg hinauf zum Aussichtpunkt. Ziemlich steil, ganz viele Stufen, interessante und lustige Felsenformationen und ein imposanter Blick auf die berühmte Wineglassbay. Auch wenn es als das schönste von Tasmanien gilt, haben mich andere Sachen mehr in Staunen gesetzt. Aber nett trotzdem.

    Dennoch wird es mehr oder weniger dämmrig. Die nette Dame von der Tourist Information hat mir einen freien Campingplatz auf der Karte gezeigt. Auch nicht allzu weit weg. Also los geht’s bis ungefähr zur Hälfte des Weges. Dann reicht es mir schon wieder. Mal ganz im Ernst: wenn Tasmanier sagen, der Weg ist ok zum Befahren, dann heißt es, dass der Weg nicht nur aus Sand besteht und deshalb auch von 2Rad-Antrieben befahrbar ist. Heißt aber nicht, dass es trotzdem die reinste Katastrophe ist dort langzufahren: Ein tiefes Schlagloch nach und neben dem anderen, dazu tiefe Wasserrinnen.
    Nee, ich dreh lieber wieder um und schlaf doch auf dem Campingplatz hinter dem Visitor Center und rechne dann eben damit, morgen früh meine Standgebühr zu bezahlen…

    Da es jetzt abzusehen ist, dass ich theoretisch morgen Abend die Fähre nach Melbourne schaffen könnte, wird’s Zeit die Fähre zu buchen. Was im Sommer ziemlich leicht war, stellt sich als wesentlich schwieriger im Herbst heraus. Die Fähre ist bis Donnerstag ausgebucht. *Verdammt*. Also habe ich noch ein paar Tage mehr Zeit mir zu überlegen, was ich noch machen will und die Zeit ganz langsam verstreichen lassen…

    Bilder findet ihr unter:
    http://www.flickr.com/photos/ellas-abenteuerreise/8719896852/in/photostream/
    http://www.flickr.com/photos/ellas-abenteuerreise/8718775999/in/photostream/
    http://www.flickr.com/photos/ellas-abenteuerreise/8719895360/in/photostream/
    http://www.flickr.com/photos/ellas-abenteuerreise/8718774193/in/photostream/

  • Devonport-Scottsdale, 4.5.2013

    Glücklicherweise war es die Nacht ziemlich ruhig, sodass man wenigstens selig schlafen kann. Dennoch fällt lange schlafen für mich aus. Denn zum Einen möchte ich noch ein bisschen was sehen am Tag und dann schnellstmöglich wieder aufs Festland und die große Rundfahrt machen. Und zum Anderen schlafe ich in meinem Auto, keine Vorhänge und wenn man dann auf einem Zeltplatz ist, kommt man sich trotzdem ein bischen komisch vor.

    Als erstes geht es auf die andere Seite des Flusses. Also einmal durch die ganze Stadt und dann zum Mersey Bluff. Also wieder eine etwas höher gelegene Steilküste mit Blick auf Devonport und kleinem Wanderweg zum Leuchtturm und zum Aborigine-Zentrum. Das frühe Aufstehen hat nur einen Nachteil: es hat meistens noch nicht alles geöffnet. Also kein Aborigine-Zentrum für mich. Dann geht’s weiter zur „Spirit of the Sea“. Das ist eine große Statue am Hafeneingang, jedoch nicht für die sichere Hafeneinfahrt der Seefahrer, sondern als Abbild der Gewalten der See.

    Wenn alles klappt, komme ich in ein paar Tagen wieder zurück nach Devonport und dann geht’s nach Melbourne.
    Bis dahin heißt es aber erstmal wieder ein bisschen Tasmanien erkunden.

    Auf meinem Weg nach Mole Creek komme ich am Mt. Roland Lookout vorbei. Quasi nur eine Parktasche neben der Straße. Obwohl ich sagen muss, dass der Berg mich sehr an das Profil von Cradle Mountain erinnert.

    In Mole Creek gibt es dann den kleinen Abzweig zu den Alum Cliffs. Diese Kliffs liegen ungefähr 20min Wanderweg (berghoch und bergrunter und wieder hoch) vom Parkplatz entfernt und führt durch Aborigine-Gebiet. Was man sehr gut daran sieht, dass so viele Hinweisschilder zum Leben der Aborigines den Weg säumen. Über ihr Bush-Tucker, Tanzbräuche etc.
    Am Kliff selber gibt es dann zwei kleine Aussichtsplattformen die einen Ausblick auf den tiefen Flussgorge vor mir und die meterhohe Felsenwand neben mir gewähren. Echt nett. Und im Hintergrund dann die weiten grünen Berge….

    Und dann verrät mir das Ortseingangsschild, dass ich in Launceston angekommen bin. Der zweitgrößten Stadt nach Hobart. Aber schon als ich nach Launceston reinfahre, werde ich total an Hobart erinnert. Der Highway, der in die Stadt führt hat genauso eine große Mauer an den Seiten, sogar der Kreisverkehr ähnelt dem von Hobart sehr.
    Nur das Visitor Center ist nicht gerade sehr hilfreich. Zufällig geschlossen, obwohl sie eigentlich aufhaben müssten (laut Öffnungszeiten an der Tür). Immerhin haben sie einige Stadtpläne vor die Tür gestellt.
    Ein Stadtplan ist aber auf alle Fälle hilfreich. Und so geht es dann in den Stadtpark. Groß und grün wie ein Stadtpark eben sein sollte, aber mit einer Besonderheit: Affen! Die Affen laufen nicht frei herum, sondern sind in einer Art Freigehege mitten im Stadtpark. Laut der Informationstafel auch bestens an die Wetterbedingungen in Launceston angepasst.. Na, ich weiß ja nicht. Hat auf jeden Fall was.
    Ein bisschen spaziere ich noch die Wasserkante entlang, vorbei an einem Kunstwerk, dass Bootssegel darstellt.
    Und dann geht’s mit dem Auto zu dem Cataract Reserve.
    Das Cataract Reserve ist eine große Parkanlage mit tiefen Schluchten, Kletter- und Wanderwegen und sogar die Seilbahn mit dem längsten freischwebenden Stück der südlichen Hemisphäre gibt es hier. Aber ich mache mich auf den Weg zum kleineren Wanderweg und habe dann von hier oben einen schönen Ausblick auf das Tal. Sogar einen Pool gibt es hier! Wie unverschämt!!! =)

    Aber gut, noch schnell tanken und dann geht’s wieder rauf auf die Straße in Richtung Osten.
    Mein Nachtlager wird dann wohl in Scottsdale sein. Mein Straßenatlas verrät mir, dass es hier einen Nachtplatz gibt oder ein paar Kilometer weiter. Allerdings bin ich hier in der Stadt, bin nicht allein und das Waschhaus ist auch nicht schlecht. Also Scottsdale.

    Die anderen Camper sind sogar so nett, dass kaum das ich meinen Kocher im Halbdunkeln ausgepackt habe, das Fenster neben mir runtergedreht wird und ein Kopf rausguckt und mich fragt ob ich Tisch und Stuhl brauche. Natürlich nicht, ohne mich vorher zu fragen ob ich Deutsche bin – natürlich auf Deutsch. Nicht mal eine nette englische Begrüßung… Oje…Ich hoffe für sie, dass die beiden gerade erst in Australien angekommen sind…

    Bilder findet ihr unter:
    http://www.flickr.com/photos/ellas-abenteuerreise/8719884190/in/photostream
    http://www.flickr.com/photos/ellas-abenteuerreise/8718769887/in/photostream/
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    http://www.flickr.com/photos/ellas-abenteuerreise/8719887680/in/photostream/
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  • Wildernis-Devonport, 3.5.2013

    Wie war das? Der frühe Vogel fängt den Wurm? Da ich so früh ins Bett gegangen bin, kann ich natürlich auch nicht allzu lange schlafen. Umso besser, sehe ich wenigstens mehr und schaffe eine längere Strecke.

    Und so geht es nach Wynyard. Wynyard hat eigentlich auch eine sehenswerte (?) kleine Ausstellung zu alten Automobilen mit dem ältesten Ford. Aber hier sind sie anscheinend nicht ganz so früh beim Aufstehen. Dann eben nicht. Dann reicht es wohl nur für einen Kaffee und weiter geht’s zum Fossil Bluff. Doch bevor ich an dem kleinen Parkplatz zum Aussichtswanderweg bin, fahre ich durch das Reichenviertel. So viele schöne große Häuser… Als Immobilienkauffrau kann man schon mal ein bisschen von träumen.

    Allerdings habe ich heute leider nicht so ein Glück mit dem Wetter und treffe deswegen auf viele graue Wolken, die die tollen Urlaubsbilder leider ein bisschen trüben.

    Table Cape, nur ein paar Kilometer entfernt, hat einen Leuchtturm, den man auch von dem Fossil Bluff aus sieht, und das als Reservat wieder den Aborigines zurückgegeben wurde. Man kann dennoch als Besucher die Landschaft des Naturreservates bewundern, die Verwaltung wurde übertragen. Also keine Grenzzäune, wie man sie an manch anderen Stellen findet.

    Sisters Beach reiht sich in die gleiche Küstenkette wie schon Table Cape und auch Rocky Cape, dem angrenzenden Nationalpark. Hier gibt es einen kleinen Wanderweg durch den Wald entlang des Strandes. Obwohl Wanderweg wohl ein bisschen zu viel verspricht. In Wirklichkeit ist dieser Wanderweg ungefähr 100m lang. Immerhin eine nette kleine Brücke gibt es hier.

    Also hält mich hier nicht so viel und es geht weiter entlang der Nordstraße in Richtung Westen. Bis das Ortseingangsschild „Stanley“ schreibt.
    Stanleys größte Attraktion ist „the Nut“ – die Nuss. Dabei handelt es sich um einen riesengroßen Berg Als Teil der Steilküste. Aber es sit nicht ein sanfter Anstieg, denn drumherum ist nur Flachland. Um auf diesen 143m hohen Vulkanfelsen zu kommen gibt es zwei Möglichkeiten: einen Sessellift oder den Wanderweg. Bei Wind ist der Sessellift aber nicht in Betrieb. Davon einmal abgesehen, dass ich sowieso so viel im Auto sitze, dass ein bisschen Bergsteigen jawohl drin ist. Wenn man aber bedenkt, dass der Wanderweg zur Spitze des 143m hohen Berges nur 430m lang ist, ist das ein ganz schön steiler Anstieg! Teilweise ist rückwärtsberghochlaufen sogar viel entspannter. =)

    Oben angekommen, ist es nicht wie die Spitze eines Berges, sondern eine natürliche große Plattform. Folgt man dem Wanderweg sieht man sowohl flache Steppe neben sich, als auch Wald. Und hier gibt es eine ganze Menge Quokkas. Diesen kleinen süßen Minikängurus, die sich schon auf Rottnest Island rumgetrieben haben. Von hier oben hat man sozusagen einen 360° Rundblick über die Umgebung. Das heißt, man sieht den Fischereihafen, das offene Meer und die Stadt Stanley mit dem weitem Land dahinter.

    Der Abstieg, denkt man, wäre dann sehr viel entspannter, aber wer schon einmal Bergsteigen war, weiß, dass steil bergab nicht immer ein Vergnügen ist. Aber trotzdem bevorzuge ich den Abstieg.

    Eigentlich sollte Smithton mein nächstes Ziel sein, aber in Smithton gibt es nicht wirklich eine gute Ausschilderung, und selbst das Visitor Center ist nicht vorhanden, wenn man der Beschilderung folgt – und das liegt nicht an angeblich weiblichen Navigationsfähigkeiten!!!

    Ein bisschen weiter westlich befindet sich auch noch ein Abenteuerwald, ähnlich dem Taihune Airwalk im Süden Tasmaniens, aber ich bezweifle, dass es bei diesem Wetter Spaß macht oder überhaupt geöffnet ist. Und so geht es dann wieder zurück, an Wynyard vorbei in Richtung Osten.

    Und plötzlich finde ich mich in Burnie wieder. In Burnie möchte ich eigentlich nur zum Workshopmarket. Das ist ein Markt mit vielen Handgewerken. Im gleichen Gebäude untergebracht wie das Visitor Center: wie praktisch. Hier bekomme ich nicht nur einen Stadtplan um aus der Stadt wieder hinauszufinden, sondern auch die kleine Information, dass man abends die Pinguine an Land kommen sehen kann. Allerdings müsste ich bis um 7 warten. Und wir haben es erst um 2. Ich beschließe, doch weiterzufahren. Denn der Stichpunkt Pinguine steht noch häufiger auf meinem Reiseplan um Tasmanien herum.

    Und wenn wir schon einmal beim Thema Pinguine sind. Der nächste Stopp ist „Penguin“ (engl. für Pinguin). Ja diese Stadt heißt wirklich so. Das Wahrzeichen ist natürlich ein riesengroßer Pinguin. In einem der Touristenbroschüren steht sogar, dass es eines der am häufigsten fotografierten Dinge in Tasmanien ist. Das kann ich mir dann aber doch nicht vorstellen. Dennoch kann ich es nicht lassen und bitte einen armen Einwohner mich neben diesem Riesenpinguin zu fotografieren.
    Das Thema Pinguin zieht sich aber noch durch die ganze Stadt. Selbst die kleinen Mülleimer in den Straßen haben kleine Pinguine.

    Dennoch ist das Wetter nicht unbedingt so berauschend, dass man sich freiwillig länger draußen aufhält. Also ab ins Auto und vorbei an den „Three Sisters“ auf nach Ulverstone. Ulverstone hat eine große Uhr im Stadtzentrum, die das große Thema Krieg behandelt. Was Ulverstone sonst noch so zu bieten hat? Weiß ich nicht genau. Bestimmt noch das eine oder andere. Aber mein Weg führt mich weiter nach Devonport.

    Devonport war mein erster Punkt in Tasmanien, denn hier legt die Fähre von Melbourne an. Seit langem suche mir für diese Nacht dann einen Campingplatz. Denn in einer mir unbekannten Stadt ist es doch etwas schwieriger, einen geeigneten Standplatz zu finden. Und ehrlich gesagt, gefällt mir der Gedanke einer warmen Dusche am nächsten Morgen. Denn das findet man bei den Rastplätzen nicht unbedingt. Und selbst die Erfahrung, sich mit kalten Eiswasser aus der Trinkflasche die Haare zu waschen (hab ich heute Morgen gleich mal ausprobiert), bringt mich nicht davon ab, dass ich warme Duschen bevorzuge.
    Im Nachhinein stellt sich heraus, dass das generell keine so schlechte Idee war. Denn in der zugigen Campküche kann man das Unwetter, dass sich draußen abspielt sehr gut verfolgen.
    Zum Glück ist es genau in dem Moment trocken, als ich von der Küche in mein Auto umsiedle.
    Das kann dann ja noch eine lustige Nacht werden…

    Bilder findet ihr unter:
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  • Rosebery-Wildernis. 2.5.2013

    Guten Morgen Kälte! Der Parkplatz ist in der Nähe eines Wasserfalls, also nutze ich die Chance für einen kleinen Morgenspaziergang, bzw. Morgenlauf – ich versuche es zumindest. Aber die Stadtpläne scheinen schon etwas älter zu sein, denn wo eigentlich der Wanderweg sein soll, befindet sich nur eine verschlossene Eisenbrücke der Stadtwerke. Hmm… und Bergrunterrutschen ohne zu wissen was unten ist und vor allem, wie ich wieder hochkomme ist auch nicht so ganz mein Fall. Also den Pfützenweg wieder zurück und fertig machen zur Abfahrt.
    Mein einziges Problem sind nur meine Scheiben, ich finde kein Mittel für Klarsicht zu sorgen, ohne mit dem Schwamm für später Schmieren zu hinterlassen. Aber gut, die Montezuma Falls sind ja nicht weit und da wird dann die Sonne einen Teil übernehmen.

    Falls ich jemals einen Beweis haben wollte, dass ich ein bisschen verrückt bin, dann habe ich ihn auf meinem Weg zu den Montezuma Falls gefunden. Am Rande der Stadt scheint es eine Art großen Carports für irgendwelche Arbeitsfahrzeuge irgendeiner Firma zu geben. Die haben jedenfalls ein Schild mit den aktuellen Temperaturen dran. Ganze 4°C stehen dran. Mensch, war das mollig warm die Nacht (die Anzeige ist um 7.52 Uhr).

    Ich hatte mich gestern extra in Zeehan erkundigt, ob man denn mit dem Auto gefahrenlos bis dahin kommt, weil ich schon einige „Beschwerden über Modderwege u.ä.“ gehört habe. Aber ich „sollte keine Probleme“ haben. Das mag für die ersten 5km auch stimmen, denn dieser Teil ist geteert. Corinnas Dirtroad war sehr gut instandgehalten und deshalb auch problemlos, diese hier allerdings nicht. Ich fahre nicht einmal bis zum Parkplatz, weil mein Auto entweder zu tief liegt (ich hatte einige Bekanntschaften zwischen Steinen und Unterboden) oder weil ich doch zu ängstlich um mein Auto bin. Naja, die letzten paar hundert Meter kann ich auch laufen. Abgesehen davon, dass mir nicht ganz wohl bei dem Gedanken ist, es dort 3h zu lassen, komme ich nicht sehr weit. Wenn ich Gummistiefel hätte, ließe sich vielleicht drüber reden, aber so beschließe ich, dass ich schon einige Wasserfälle gesehen habe und wahrscheinlich noch einige zu sehen bekomme und drehe wieder um. Ich komme (hoffentlich) heil wieder hinaus und dann geht’s zum Cradle Mountain.

    Kurz vor dem Nationalpark von Cradle Mountain gibt es einen Aussichtspunkt. Hier ist auch gleichzeitig der höchste Punkt der bergigen Straßenführung nach Cradle – 930m ü.N. Und das ist nur die Straße, für den Aussichtspunkt geht es noch ein paar Meter mehr nach oben.
    Einen wunderbaren Aus- und Rundumblick auf die Landschaft bis hin zu den Spitzen vom Cradle Mountain, einen leichtfüßigen Abstieg und 17km Fahrt später bin ich dann auch endlich im Cradle Mountain Nationalpark angekommen.
    Mein 2 Monats-Holiday-Pass für die Nationalparks ist schon abgelaufen, aber mit lieb fragen bekomme ich den auch in den Jahrespass umgewandelt und muss nur den Zusatzbetrag bezahlen. Alles richtig gemacht! =)

    Mit dem Shuttle Bus geht’s dann bis zum Dove Lake, der Endstation des Shuttle-Busses. Von hier aus geht’s zuerst in die Registration Station (alle Wanderer sollen sich hier beim Start registrieren und bei der Rückkehr wieder austragen, damit keiner „verloren“ geht) und dann auf den 2h Wanderweg um den Dove Lake. Zu Beginn des Wanderweges gibt es den Glacier Rock, ein großer Stein, den man relativ leicht besteigen kann, aber mit einem kindersicheren Tor davor. Immerhin gibt es keinen Schutz, falls man abrutschen sollte.
    Der Wanderweg schlängelt sich entlang des Sees, durch Bäume oder eher „offenes Gelände“. Mal sieht man ein bisschen Strand, mal eine kleine Insel auf dem See, mal nur Bäume. Fast immer den Cradle Mountain im Blick geht’s dichter und dichter ihm entgegen. Am Cradle selber findet man auch einen kleineren Wasserfall und wenn man den Weg weiter in Richtung Ausgangspunkt folgt (also den Cradle im Rücken lässt) sieht man noch einen weitaus höheren Wasserfall entlang der Gesteinswand.

    Auf solchen populären Wanderwegen trifft man auch auf einige andere Wanderer und Urlauber. Einige überholt man, weil man jung, dynamisch und fit ist; andere haben Kinder mit auf Tour die einem voller Enthusiasmus „warnen“, dass ein Wallaby neben dem Wanderweg sitzt (erstaunlicherweise war es immernoch da, als ich vorbeiging und die Pose sah etwas komisch aus); und dann gibt’s noch die älteren Leute, die einem Geschichten über die Dresdner Frauenkirche erzählen (als Australier!) und auf eine besondere Buschpflanze aufmerksam machen, die nur hier wächst und auf dem Weg zum Strand mit den Paddelbooten sind (viel Spaß bei dein eisigen Wassertemperaturen!).

    Der nächste Wanderweg führt dann vom Lake Dove entlang des Cradle Valley Boardwalks zurück zum Visitor Center. Ungefähr weitere 2 Stunden. Nachdem ich mich in der Registration Station wieder ausgetragen habe, mache ich mich auf den Weg zu diesem. Da ich bei dem Rundweg ganz schön nasse Füße bekommen habe (dank des vielen Regens in der letzten Zeit ist er teilweise ein bisschen geflutet) bin ich ziemlich froh über den Boardwalk und die Sonne von oben, um wieder einigermaßen trockene Füße am Ende zu haben.
    Die erste Station erreicht man nach ungefähr einer halben bis einer Stunde am Ronny Creek. Hier gibt es auch Unterkünfte, am weitesten im Nationalpark („Waldheim“ – klingt irgendwie deutsch, oder?), aber ich habe eigentlich nicht mehr so richtig Lust noch weiter zu wandern. Aber gut, bis zum nächsten schaffe ich das auch noch. Auch wenn es nur eine halbe Stunde, bereue ich diese Entscheidung ein bisschen zwischendurch. Vorher war der Weg einfach nur lang, aber jetzt geht es bergauf und bergab. Aber immerhin eine nette Umgebung gibt es hier. Ein paar Bachläufe, einige kleinere „Wasserfälle“, große, schiefe Bäume und moosbewachsene Flächen. Aber bei der nächsten Station habe ich dann doch keine Lust mehr und lasse mich vom Shuttle Bus zum Parkplatz zurückfahren. Nach knapp 3,5h wandern darf ich das auch. Als „Belohnung“ gibt es dann noch eine kleine Stärkung bevor es weitergeht.

    Das nächste Ortseingangsschild, dass mich begrüßt ist Waratah. Leider sind die Museen etc. hier schon geschlossen. Da ist man eben schon in der Winterpause und hat vor um 4 zu. Na gut, dann eben nicht. Dann geht’s eben nur den Wanderweg zum Wasserfall (schon wieder steil bergab und dann wieder bergauf), der sogar ziemlich groß und beeindruckend ist. Zwar nicht ganz so schön wie die im Regenwald, aber nur, weil die entsprechende Natur drumherum fehlt. Waratah war natürlich einst auch eine boomende Minenstadt, ist jetzt aber eher ruhig. Ein bisschen nette Landschaft drumherum, aber dennoch nichts, was mich länger hier hält. Und da es schon mehr oder weniger Zeit wird, mich um mein Nachtlager zu kümmern, verrät mir mein Camp 6 eine nahe Rest Area. Also diese Rastplätze neben Highways, bei denen man über Nacht stehen kann. Aufgrund des vielen Wanderns heute bin ich doch ziemlich müde und so falle ich mit Einbrechen der Dunkelheit auch in mein Traumland. Empfang habe ich hier sowieso nicht.

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