Wie war das? Der frühe Vogel fängt den Wurm? Da ich so früh ins Bett gegangen bin, kann ich natürlich auch nicht allzu lange schlafen. Umso besser, sehe ich wenigstens mehr und schaffe eine längere Strecke.
Und so geht es nach Wynyard. Wynyard hat eigentlich auch eine sehenswerte (?) kleine Ausstellung zu alten Automobilen mit dem ältesten Ford. Aber hier sind sie anscheinend nicht ganz so früh beim Aufstehen. Dann eben nicht. Dann reicht es wohl nur für einen Kaffee und weiter geht’s zum Fossil Bluff. Doch bevor ich an dem kleinen Parkplatz zum Aussichtswanderweg bin, fahre ich durch das Reichenviertel. So viele schöne große Häuser… Als Immobilienkauffrau kann man schon mal ein bisschen von träumen.
Allerdings habe ich heute leider nicht so ein Glück mit dem Wetter und treffe deswegen auf viele graue Wolken, die die tollen Urlaubsbilder leider ein bisschen trüben.
Table Cape, nur ein paar Kilometer entfernt, hat einen Leuchtturm, den man auch von dem Fossil Bluff aus sieht, und das als Reservat wieder den Aborigines zurückgegeben wurde. Man kann dennoch als Besucher die Landschaft des Naturreservates bewundern, die Verwaltung wurde übertragen. Also keine Grenzzäune, wie man sie an manch anderen Stellen findet.
Sisters Beach reiht sich in die gleiche Küstenkette wie schon Table Cape und auch Rocky Cape, dem angrenzenden Nationalpark. Hier gibt es einen kleinen Wanderweg durch den Wald entlang des Strandes. Obwohl Wanderweg wohl ein bisschen zu viel verspricht. In Wirklichkeit ist dieser Wanderweg ungefähr 100m lang. Immerhin eine nette kleine Brücke gibt es hier.
Also hält mich hier nicht so viel und es geht weiter entlang der Nordstraße in Richtung Westen. Bis das Ortseingangsschild „Stanley“ schreibt.
Stanleys größte Attraktion ist „the Nut“ – die Nuss. Dabei handelt es sich um einen riesengroßen Berg Als Teil der Steilküste. Aber es sit nicht ein sanfter Anstieg, denn drumherum ist nur Flachland. Um auf diesen 143m hohen Vulkanfelsen zu kommen gibt es zwei Möglichkeiten: einen Sessellift oder den Wanderweg. Bei Wind ist der Sessellift aber nicht in Betrieb. Davon einmal abgesehen, dass ich sowieso so viel im Auto sitze, dass ein bisschen Bergsteigen jawohl drin ist. Wenn man aber bedenkt, dass der Wanderweg zur Spitze des 143m hohen Berges nur 430m lang ist, ist das ein ganz schön steiler Anstieg! Teilweise ist rückwärtsberghochlaufen sogar viel entspannter. =)
Oben angekommen, ist es nicht wie die Spitze eines Berges, sondern eine natürliche große Plattform. Folgt man dem Wanderweg sieht man sowohl flache Steppe neben sich, als auch Wald. Und hier gibt es eine ganze Menge Quokkas. Diesen kleinen süßen Minikängurus, die sich schon auf Rottnest Island rumgetrieben haben. Von hier oben hat man sozusagen einen 360° Rundblick über die Umgebung. Das heißt, man sieht den Fischereihafen, das offene Meer und die Stadt Stanley mit dem weitem Land dahinter.
Der Abstieg, denkt man, wäre dann sehr viel entspannter, aber wer schon einmal Bergsteigen war, weiß, dass steil bergab nicht immer ein Vergnügen ist. Aber trotzdem bevorzuge ich den Abstieg.
Eigentlich sollte Smithton mein nächstes Ziel sein, aber in Smithton gibt es nicht wirklich eine gute Ausschilderung, und selbst das Visitor Center ist nicht vorhanden, wenn man der Beschilderung folgt – und das liegt nicht an angeblich weiblichen Navigationsfähigkeiten!!!
Ein bisschen weiter westlich befindet sich auch noch ein Abenteuerwald, ähnlich dem Taihune Airwalk im Süden Tasmaniens, aber ich bezweifle, dass es bei diesem Wetter Spaß macht oder überhaupt geöffnet ist. Und so geht es dann wieder zurück, an Wynyard vorbei in Richtung Osten.
Und plötzlich finde ich mich in Burnie wieder. In Burnie möchte ich eigentlich nur zum Workshopmarket. Das ist ein Markt mit vielen Handgewerken. Im gleichen Gebäude untergebracht wie das Visitor Center: wie praktisch. Hier bekomme ich nicht nur einen Stadtplan um aus der Stadt wieder hinauszufinden, sondern auch die kleine Information, dass man abends die Pinguine an Land kommen sehen kann. Allerdings müsste ich bis um 7 warten. Und wir haben es erst um 2. Ich beschließe, doch weiterzufahren. Denn der Stichpunkt Pinguine steht noch häufiger auf meinem Reiseplan um Tasmanien herum.
Und wenn wir schon einmal beim Thema Pinguine sind. Der nächste Stopp ist „Penguin“ (engl. für Pinguin). Ja diese Stadt heißt wirklich so. Das Wahrzeichen ist natürlich ein riesengroßer Pinguin. In einem der Touristenbroschüren steht sogar, dass es eines der am häufigsten fotografierten Dinge in Tasmanien ist. Das kann ich mir dann aber doch nicht vorstellen. Dennoch kann ich es nicht lassen und bitte einen armen Einwohner mich neben diesem Riesenpinguin zu fotografieren.
Das Thema Pinguin zieht sich aber noch durch die ganze Stadt. Selbst die kleinen Mülleimer in den Straßen haben kleine Pinguine.
Dennoch ist das Wetter nicht unbedingt so berauschend, dass man sich freiwillig länger draußen aufhält. Also ab ins Auto und vorbei an den „Three Sisters“ auf nach Ulverstone. Ulverstone hat eine große Uhr im Stadtzentrum, die das große Thema Krieg behandelt. Was Ulverstone sonst noch so zu bieten hat? Weiß ich nicht genau. Bestimmt noch das eine oder andere. Aber mein Weg führt mich weiter nach Devonport.
Devonport war mein erster Punkt in Tasmanien, denn hier legt die Fähre von Melbourne an. Seit langem suche mir für diese Nacht dann einen Campingplatz. Denn in einer mir unbekannten Stadt ist es doch etwas schwieriger, einen geeigneten Standplatz zu finden. Und ehrlich gesagt, gefällt mir der Gedanke einer warmen Dusche am nächsten Morgen. Denn das findet man bei den Rastplätzen nicht unbedingt. Und selbst die Erfahrung, sich mit kalten Eiswasser aus der Trinkflasche die Haare zu waschen (hab ich heute Morgen gleich mal ausprobiert), bringt mich nicht davon ab, dass ich warme Duschen bevorzuge.
Im Nachhinein stellt sich heraus, dass das generell keine so schlechte Idee war. Denn in der zugigen Campküche kann man das Unwetter, dass sich draußen abspielt sehr gut verfolgen.
Zum Glück ist es genau in dem Moment trocken, als ich von der Küche in mein Auto umsiedle.
Das kann dann ja noch eine lustige Nacht werden…
Bilder findet ihr unter:
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